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5 Monate OC-only – Ein Fazit

Mittlerweile ist es rund 5 Monate her, dass ich alle meine Caches auf geocaching.com archiviert und auf opencaching.de den Status „OC-only“ verpasst habe (parallel gelistet waren sie dort schon immer). Nun ist die Zeit reif, ein kleines Fazit zu ziehen.

Insgesamt waren 43 suchbare Caches von dieser Aktion betroffen, die am 10. April 2011 in die ewigen GC.com – Jagdgründe geschickt wurden (wer die Gründe hierfür noch nicht kennt, möge dies bitte hier nachlesen). Weitere 2 waren auf gc.com zu diesem Zeitpunkt bereits archiviert, einen Cache in „Co-Production“ mit einem anderen Cacher habe ich diesem zur Adoption überlassen.

Zuerst zu den Zahlen:

Innerhalb der 5 Monate wurden die genannten Caches insgesamt 105 Mal gefunden, das entspricht einer mittleren Fundzahl je Cache von 2,44. Das wiederum bedeutet auch: Jeder Cache wurde rund ein Mal in zwei Monaten gefunden. Weil aber, wie wir wissen, „mean = evil“ ist (zu deutsch: wir pfeifen auf den Mittelwert), lohnt sich eine etwas genauere Betrachtung der Funde. Hierbei ist festzustellen:

  • Keiner der Caches wurde mehr als 9 Mal gefunden
  • 9 Caches wurden überhaupt nicht (mehr) gefunden
  • 11 Caches nur ein einziges Mal in 5 Monaten

Die Tatsache, dass es zwischendurch bei einzelnen Caches mit der Wartung etwas länger dauerte (bzw. teilweise immer noch andauert :ups: ), lassen wir mal außer acht, die Fund-Statistik wäre dadurch sicher nicht ins Unermessliche gestiegen. Darüber hinaus gab es auch ein paar Nachlogs von Cachern, die vorher gar nicht auf OC angemeldet waren und die ihren damaligen GC-Fund nun bei OC, mit nicht ganz korrektem Datum, nachgeloggt haben.

Was sagt uns das nun, rein objektiv?

  • Im Vergleich zu den Fundzahlen bei GC sind die Funde bei OC derart spärlich gesät, dass es fast nicht der Rede wert ist. Das oben genannten Maximum an OC-Funden (9 Stück in 5 Monaten) ist bei geocaching.com, je nach Cache und Ort, oft schon am Tag der Veröffentlichung erreicht, wenn die ganzen FTF-Jäger kräftig zum Halali blasen und sich auf die Suche machen :) .
  • Selbst bei einem Nano mit seinem fummeligen Mini-Logstreifen dürfte bei OC wohl auch nach einem Jahr noch kein Logbuch-Tausch anstehen :roll: .
  • Sogenannte „Cacher-Autobahnen“ dürften bis zum nächsten Fund schon längst wieder zugewuchert sein bzw. gar nicht erst entstehen.

Apropos FTF-Jäger:

  • Bei einem meiner drei neu auf OC veröffentlichten Caches, die überhaupt noch nie auf GC gelistet waren, dauerte es von der Veröffentlichung bis zum Erstfund schon mal 10 Tage, der Zweitfinder lässt bis heute (rund ein Monat nach Veröffentlichung) auf sich warten – bei GC undenkbar!

Und was sagt mir das nun, rein subjektiv?

  • Gleich vorweg: Wirklich überrascht bin ich über die Zahlen nicht, schließlich kannte ich die OC-Gegebenheiten durch das Parallel-Listen schon ein Weilchen länger, auch wenn vorher die Fundzahl durch die von GC hergeleiteten Cacher gefühlt ein klein wenig höher war.
  • Aber in einem Punkt bin ich sehr wohl überrascht: Während noch zu GC-Zeiten einigen meiner Caches in den Logs des öfteren so eine Art „… nach typischer Chris-Race Manier … wie vom Owner nicht anders zu erwarten … “ – Prädikat erteilt wurde, im positiven Sinne, und ich die ein oder andere Mail von Geocachern, die mir darin ihre Freude speziell über meine Caches mitgeteilt haben, erhalten habe, kräht nach eben diesem „Prädikat“ mittlerweile (fast) kein Hahn mehr. Nicht dass mich das jetzt in irgendeiner Art und Weise seelisch und moralisch treffen würde – ich kann durchaus auch ohne Extra-Anerkennung und Lobpreisungen Spaß am Geocache-Verstecken haben – aber wundern tut es mich schon, weil ich als Geocache-Sucher gänzlich anders handeln würde :?:  . Wenn ich wüsste, dass meine Lieblings-Cacheowner (nein, die Namen nenne ich jetzt hier nicht!) plötzlich und unerwartet nicht mehr auf GC sondern nur noch auf XYZ listen würden, dann hätte ich zumindest ihre Caches ganz sicher auch weiterhin auf dem Schirm. Ganz einfach deshalb, weil sie mir außerordentlich gut gefallen haben oder die Locations derart interessant waren, dass die Listingplattform mehr als nur in den Hintergrund treten würde. Auch die GC-eigene Statistik wäre mir völlig gleich, da ich mir mit GSAK meine eigene Statistik bastele. Und bei GSAK ist eine Dose eben eine Dose, egal auf welcher Internetseite sie nun gelistet ist.
    Zugegeben: Natürlich kann es nervig sein, auf mehreren Plattformen zu suchen und zu loggen, aber wenn es ein Cache wert ist, dann wäre mir das herzlich egal. Um es noch einmal klarzustellen: Nein, ich will keine Lobhudeleien, ich möchte nicht Owner des Jahres werden, niemanden Lieblingsowner sein und ich will auch keine besondere Aufmerksamkeit – ich stelle lediglich fest! Es möge ein jeder Geocacher nach seiner Façon glücklich werden und Spaß haben, egal auf welcher Plattform und egal mit welchen Caches, egal mit welchem Owner – auch wenn ich das alles nicht immer verstehe.
  • Auch wenn durch die wenigen Funde ein regelmäßiger Logbuchtausch ganz sicher nur in großen Intervallen notwendig ist: Die wenigen Funde können einem als Owner durchaus auch das Leben schwer machen. Denn man erhält nicht mehr in relativ kurzen Abständen ein Feedback in Form eines Logs, ob mit dem Cache bzw. dem Versteck noch alles in Ordnung ist. Zudem ist es ab einer gewissen Anzahl an gelegten Caches auch nicht mehr ganz so einfach, mal eben an allen vorbeizuspazieren und nach dem rechten zu schauen.
  • Auf der anderen Seite können die wenigen Funde dem (LP-) Owner aber auch eine Erleichterung sein. Wo sich vorher ganze Horden auf Cachesuche begeben haben, sind es nun nur noch einige wenige. Somit erregt die Location gleich viel weniger Aufmerksamkeit. PM-only auf eine andere Art  :) !
  • Vereinzelt kommen noch ein paar Mails über GC rein, in denen um eine Logerlaubnis auf eben dieser Plattform gebeten wird, weil man doch die Caches unbedingt noch machen will / sie so toll sind / man sie schon gemacht hat, aber leider nicht auf OC angemeldet ist – andere loggen einfach. Vereinzelt auch mit dem Hinweis, dass die Query schon so alt sei und die Caches noch auf dem Gerät waren (auch wenn das einen eigenen Artikel wert wäre: Ab und zu sollte man schon mal schauen, was sich da auf dem Gerät noch alles tummelt, vielleicht hat der Owner mittlerweile aus triftigen Gründen den Cache disabled (Polizei, Anwohner, Uhus, …) und von einer Suche sollte dringend Abstand genommen werden).
    Kann ich alles nicht so ganz verstehen (siehe oben), ist mir aber mittlerweile ziemlich egal. Die bösen Jungs aus Seattle wollten meinem Gesuch nach Sperrung der Listings leider nicht nachkommen, und nachträglich das Listing oder die Koordinaten ändern kann ich leider nicht mehr.
  • Den üblichen Kram mit Uhu- und Fledermausschützern gibt es auch bei OC, neuerdings kamen sogar Echsen dazu, die beim evtl. Umdrehen von Steinen urplötzlich sterben oder bis zum Ende ihrer Tage psychisch gestört sind. Völlig unabhängig davon, ob es überhaupt Steine zum Umdrehen oder Besucher bei dem Cache gibt :roll: . Eine vollgepinkelte Dose gab es zwischenzeitlich übrigens auch. Seltsames Verhalten bzw. Menschen mit seltsamem Gemüt sind wohl plattformunabhängig  :irre: .
  • Erwähnenswert ist auf jeden Fall die Kommunikationsfähig- und -möglichkeit von und mit OC, viel wichtiger noch deren Bereitschaft dazu. Auch dann, wenn man sein Anliegen nicht demütig formuliert oder sich mit „untertänigsten Grüßen“ verabschiedet. Einfache Frage, einfache Antwort. Auf den Punkt! Ganz ohne Rausreden, ohne Star-Allüren oder einem „wie sag‘ ich’s dem doofen Owner jetzt, damit ich meine Ruhe hab‘ “ – Verhalten.

Und die Moral von der Geschicht‘ ?

Keine Ahnung, zumindest aktuell nicht. Vereinzelt denke ich darüber nach, einen Teil der Caches zu archivieren, nicht aus Trotz, sondern aus den genannten Gründen mit der fehlenden „fremden“ Cache-Kontrolle. DNFs sind ja im Allgemeinen nicht so prall, was den Spaßfaktor angeht :( . Andererseits denke ich dann wieder, dass irgendwann irgendwer auch diesen  oder jenen speziellen Cache gerne gesucht hätte, warum ihm also von vorneherein die Möglichkeit nehmen?

Vielleicht warte ich einfach mal noch die nächsten 5 Monate ab und mach‘ mir dann einen Kopf – es ist ja nicht so, dass zwischenzeitlich etwas anbrennt :mrgreen: .

Kenn‘ ich (nicht) – Was ist besser?

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Keine Ahnung, wie ich eben gerade darauf gekommen bin (verklickt :ups: ?), aber plötzlich war ich auf der Seite, auf der  meine ersten gefundenen Caches aufgelistet waren. Sofort wurden Erinnerungen wach, wie damals alles angefangen hat und wie es so war, ganz alleine und mit GPS in der Hand seltsam durch Feld und Flur zu rennen und etwas zu suchen, von dem ich noch nicht mal ganz genau wusste, wie es eigentlich ausschaut.

Es war irgendwie geheimnisvoll, spannend und ziemlich aufregend :mrgreen: .

Heute, knapp 2,5 Jahre später, ist es zwar im Regelfall immer noch spannend und aufregend (würde man es sonst noch machen?), aber trotzdem irgendwie anders. Man geht routinierter an die Sache heran und weiß mehr oder weniger genau, was einen erwarten wird.

Und nicht nur das „was“ ist bekannt, sondern oftmals auch das „wer“, denn mit der Zeit hat man ja so einige Owner irgendwo mal getroffen und kennen gelernt, teilweise wurde daraus auch Freunde, mit denen man mehr oder weniger regelmäßig auf Cachetour geht, sich gemeinsam an teuflischen Mysteries versucht bzw. sich auch darüber hinaus, sozusagen im wirklichen Leben  :wink: , zu anderen Aktivitäten trifft. Zumindest ist im Laufe der Zeit die Liste der möglicherweise zu ziehenden Telefonjoker länger geworden, egal wie man nun dazu steht oder ob man sie im *Ernstfall* benutzt  :mrgreen: .

Und genau darum geht es: Hat sich die eigene Sucherei bzw. das Empfinden dabei durch eben dieses Kennen der lokalen Community verändert? Und zwar dahin gehend, dass der Zauber des Unbekannten ein klein wenig der schnöden Realität gewichen ist?

Ein Beispiel:

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich bei meinen ersten Such-Versuchen auf den langen Waldwegen darüber sinniert habe, wie der Owner wohl so tickt: Ist er alt oder jung, Technik-Freak oder wandernder Rentner, völlig abgefahren oder stinknormal? Ist es womöglich gar der Nachbar von nebenan, der fast nur in Outdoor-Klamotten auftritt? Was erwartet er alles von mir, um seine Tupperdose irgendwo im Nirgendwo zu finden?

Im Klartext: Ich suchte das Unbekannte von einem Unbekannten!

Heute, sehr überspitzt gesagt, weiß ich, wie der Owner tickt. Denn ich war gestern ein Bier mit ihm trinken :mrgreen: !

Natürlich kann man sich auch dann, wenn man nicht ständig das Glas mit dem Owner leert,  ein recht gutes Bild von ihm machen, durch seine Beiträge in der grünen Hölle, seinen eigenen Blog, durch Erzählungen der anderen. Doch solange man ihn nicht persönlich kennt, bleibt immer noch ein Fünkchen Geheimnis mit im Spiel.

Ein klein wenig könnte man die Sache mit der oft diskutierten Frage vergleichen, was denn nun besser sei –  das Buch (mit der Möglichkeit der eigenen Ausgestaltung durch Phantasie) oder der Film (mit den ganzen Special-Effects außerhalb des eigenen Kopfes).

Abschließend muss ich sagen, dass ich noch nicht zu einer finalen Entscheidung gelangt bin, ob die persönliche Bekanntschaft des Owners einen negativen Einfluß (hört sich so böse an  :( ) auf meine Sucherei und auf das damit verbundene „Spannung, Spiel und Schokolade“  :mrgreen: hat.

Aber zumindest hab‘ ich nun etwas, über das ich bei der nächsten Cachesuche ausschweifend sinnieren kann …

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