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Kann bitte mal jemand die Löcher stopfen?

Jedes Jahr das gleiche Drama:

Der Winter kam wieder so plötzlich, wider Erwarten lagen die Temperaturen größtenteils unter dem Gefrierpunkt und ebenso wider Erwarten zeigen sich Saarlands Straßen nach dem Verschwinden der Schneedecke nicht von ihrer besten Seite (mal ganz abgesehen davon, dass die besten Zeiten der Straßen generell schon lange vorbei sind, nicht nur nach dem Winter).

Schlaglöcher allüberall, wobei jedes einzelne wohl versucht, noch tiefer und größer als das benachbarte zu sein. Man könnte fast meinen, die Löcher veranstalten untereinander ihren eigenen Wettkampf.  Ganz gemeine Schlaglöcher glänzen aber nicht nur durch ihre Ausdehnung, sondern auch durch ihre Tarnung, die mancherorts so ausgefallen ist, dass es selbst dem geübten Autofahrer nicht gelingt, auszuweichen oder zumindest vorher die Geschwindigkeit von 30 km/h auf 5 km/h zu drosseln, damit der fahrbare Untersatz keine bleibenden Schäden davon trägt.

Und auch das ist jedes Jahr gleich: Die Jammerei über die Kosten für die Beseitigung.

Erst kürzlich wurde gemutmaßt, dass die Beseitigung der Schlaglöcher im Saarland rund 10 Millionen Euro kosten würde. Und dass das Saarland nicht in der Lage sei, diesen Betrag aufzubringen.

Wie es nun mit den Löchern und dem Unvermögen, das Geld zu besorgen, weiter geht, wurde nicht erwähnt. So als wäre das ja ganz normal und auch überhaupt nicht schlimm. Hat eigentlich nur noch die Bemerkung gefehlt, dass man durch die Buckelpiste einen Haufen Geld für die Verkehrsberuhigung (Schlaglöcher zum Aufkleben) eingespart hat.

Doch so sehr sich der Verkehr auch – gezwungenermaßen – beruhigen wird, die Fahrzeughalter und -führer werden dagegen ganz sicher umso lauter. Und das auch zu recht! Schließlich pumpen sie durch eine Vielzahl von Steuern und Abgaben unermesslich viel Geld in den Staatssäckel, der ohne diese Einnahmen vermutlich längst ein Vakuum gezogen hätte.

Dazu eine kleine Milchmädchenrechnung:

Ein Liter Super-Benzin kostet aktuell rund 1,48 EUR, ein Liter Diesel rund 1,32 EUR. In diesem Betrag sind geschlagene 89 Cent (Benzin) bzw. 68 Cent (Diesel) Steuern enthalten (Quelle: ARAL-Steuerrechner). Angenommen, der Anteil der Diesel-PKW wäre ebenso hoch wie der Anteil der Benziner (also jeweils 50 %), so müsste jede Fahrzeugflotte rund 5 Millionen EUR aufbringen, um das Loch (in der Kasse) bzw. die Löcher (in der Straße) zu stopfen.

Nehmen wir weiter an, dass alle Erwerbstätigen im Saarland (358.000 Stück, Stand 09/2010, Quelle) einen PKW mit einem vorsichtig geschätzten Tankinhalt von 40 Litern besitzen, diesen auch fahren und mehr oder weniger regelmäßig auch auftanken, dann lässt sich Folgendes feststellen:

Wenn am kommenden Montag jeder dieser PKW-Besitzer an die Tankstelle fährt, seinen Wagen volltankt und dafür auch brav an der Kasse bezahlt, dann entspricht das einem Volumen von jeweils 7,16 Millionen Liter Benzin bzw. Diesel. Die daraus resultierenden Steuereinnahmen betragen bei den Benzinern 6.372.400 EUR, bei den Dieseln 4.868.800 EUR.

Macht zusammen ca. 11,24 Millionen EUR. Und das bei nur einmal Volltanken!

Die Erbsenzähler werden jetzt natürlich bemängeln, dass die Steuer ja nicht dem Land zugute kommt, nicht alle Erwerbstätigen auch einen PKW besitzen und die Mehrzahl der Saarländer ohnehin im benachbarten Ausland tankt (womit sie natürlich auch recht haben :) ). Wie auch immer, wir wollen ja nicht päpstlicher als der Papst sein sondern nur mal eben grob annehmen. Außerdem haben wir bei der Rechnung ja noch einen Puffer von etwas über einer Million Euro, so dass nicht jeder seinen Tank bis unter den Rand füllen müsste. Es reicht, wenn die Zapfpistole mit dem üblichen „Klack“ das Ende des Tankvorgangs signalisiert :mrgreen: .

Und wenn mir jetzt noch jemand sagt, dass kein Geld mehr in der Kasse ist, um die Löcher wieder zu füllen, dann dreh‘ ich hohl :maul: ! Und werde beim nächsten Mal, wenn allerorten wieder über die Räum- und Streupflicht der Anwohner philosphiert wird, ganz unschuldig behaupten, dass ich zwar gerne Räumen und Streuen würde, mir allerdings das Geld für die Schneeschaufel und das Streusalz fehlt.

Vermutlich wird aber erst dann ein wenig Drive in die Schlagloch-Sache kommen, wenn die ersten Kinder plötzlich nicht mehr nach Hause kommen und als vermisst gemeldet werden :wallbash:

Schnee² – Es reicht so langsam …

Er kam, wie er nicht hätte kommen sollen, aber so, wie die Meteorologen es vorhergesagt hatten: Reichlich!

Die Rede ist vom Schnee, der hier im Saarland (vor allem im Nordsaarland) heute noch mal heftig von oben kam und unten für reichlich Ungemach auf den Straßen sorgte. Auf dem Heimweg, also vom Süd- ins Nordsaarland, wurden dann auch die Straßenverhältnisse zusehends schlechter und nach Verlassen der Autobahn chaotisch. Mittlerweile liegt hier in den Orten so viel von dem weißen Zeug, dass die Anwohner schon nicht mehr wissen, wohin sie schaufeln sollen: Auf die Straße? In Nachbars Garten? Meist sucht man sich einfach irgendeinen Haufen aus und packt noch obendrauf, genau wie bei dem lustigen Packesel-Spiel. Und man hofft, dass er dort oben auch liegen bleibt.

Für die „Auf-die-Straßen-Schaufler“ ist spätestens beim nächsten Schneepflug-Einsatz der Spaß wieder vorbei, denn dann liegt alles wieder dort, wo es vorher schon lag: Auf einem schönen dreckigen Haufen, genau vor der Tür oder auf dem Gehweg.

Und genau so sah es dann auch bei mir zuhause aus: Ein schöner Haufen direkt vor der Garageneinfahrt, die ihrerseits ebenfalls noch reichlich bedeckt war. Was also tun? Anhalten ging nicht, denn die geräumte Gasse reichte gerade für ein Fahrzeug und hinter mir war noch ein anderer Verkehrsteilnehmer. Nachbars Einfahrten waren ebenfalls unpassierbar. Also erst mal weiterfahren, an der nächsten Kreuzung wenden und einen (hoffentlich guten) Plan machen.

Meiner sah nach kurzer Überlegung recht einfach aus: Mit Schwung in die Einfahrt und gut!

Schwung und Einfahrt passten noch, gut war es danach aber nicht. Das Auto bewegte sich weder vor noch zurück – Festgefahren! Glücklicherweise reichte das Heck nur noch ein paar Zentimeter auf die Fahrbahn, so dass ich zumindest für den nachfolgenden Verkehr (der in einer verkehrsberuhigten Zone um diese Uhrzeit ja nicht mehr so dolle ist …) kein Hindernis mehr darstellte.

Der Rest ist dann zwar schnell erzählt, nahm mir aber fast 45 Minuten von meinem wohlverdienten Feierabend. Bei heftigem Wind und ebensolchem Schneetreiben: Auto freilegen, Garageneinfahrt freischaufeln und dann endlich parken.

Fazit: Jetzt ist wirklich gut mit Schnee, mindestens für die nächsten 10 Jahre! Und hoffentlich behalten die Meteorologen auch bei ihren weiteren Vorhersagen bzgl. des Tauwetters recht und der Spaß Schnee ist bald Geschichte …

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Glücklicherweise hat WordPress eine Auto-Save-Funktion integriert, die mich jetzt gerettet hat: Gerade die letzte Zeile geschrieben und zack – alles dunkel! Stromausfall für 45 Minuten. Wenn da mal nicht auch der Schnee beteiligt war …
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Kalter Winter – Keine Zecken?

Hach, was habe ich mich gefreut:

Hatte ich doch irgendwo in den hintersten Gehirnwindungen eine leise Erinnerung daran, dass die Zeckenplage im Sommer nicht ganz so stark ausfällt, wenn es davor einen harten Winter gab.

Nur um ganz sicher zu gehen, wollte ich mir im Netz die Bestätigung für meine Annahme holen und mich auf wärmere Tage und unbeschwerte Outdoor-Abenteuer freuen. Schließlich empfinde ich diesen Winter mehr als nur kalt, er dauert meines Erachtens nach auch schon viel zu lange (wir haben ja schon Januar…) und die Meteorologen sagen für heute Nacht erneut rekordverdächtige Minusgrade und gegen Ende der Woche auch noch ausreichend Schneefall voraus.

Das kann keine Zecke überleben„, dachte ich so bei mir, aber ich lag wohl falsch!

Bei Wikipedia werden als natürliche Feinde der Zecken, neben ein paar Tierarten, von denen es gerne noch viel mehr geben dürfte, Temperaturen unter minus 20° Celsius aufgeführt. Versehen mit dem Zusatz „extrem kalte Winter„. Und leider sieht das nicht nur Wikipedia so, sondern auch die Mehrzahl der anderen Quellen, die ich dazu auftun konnte:

Kalte Winter sind für Zecken ideal (Quelle: NZZ)
Kalter Winter senkt Zeckengefahr nicht (Quelle: Internisten im Netz)
Zecken mögen kalte Winter (Quelle: Hamburger Abendblatt)

Nun gut, ich halte ihn für „extrem kalt“, aber es mag sein, dass die Zecken das anders sehen. Die sollen nämlich irgendwo gut geschützt unter der Schneedecke, in Blatthaufen oder sonstigem Gehäcks überwintern und sich dabei nicht allzu sehr um gefühlte Temperaturen kümmern.

Klassischer Fall also von „zu früh gefreut„! Und ob der Winter nun auch aus Sicht der Zecken extrem kalt ist / war, wird sich wohl erst ab März zeigen. Ich ahne nichts Gutes …

P.S.: Eine etwas andere Art der Zeckenplage wurde übrigens im Jahr 2008 von einem Fährschiff vor Sardinien gemeldet: Urlaubshorror – Zeckenplage auf Fährschiff.

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